Teresa Carreñoaus Romantik

Teresa Carreño, 1916 by Julius Cornelius Schaarwächter / Public domain
María Teresa Carreño García de Sena (* 22. Dezember 1853 in Caracas; † 12. Juni 1917 in New York) war eine venezolanische Pianistin und Komponistin.

Leben und Werk

Teresa Carreño war zu ihrer Zeit weltberühmt und galt als bedeutendste Pianistin der Gegenwart. Häufig wurde sie als „Kaiserin des Pianos“ und „Walküre des Pianos“ bezeichnet.

Ihr Vater, Manuel Antonio Carreño, war ein venezolanischer Politiker, zeitweise war er Außen- und Finanzminister. Er war ein begabter Amateurpianist, außerdem der Verfasser des im spanischen Sprachraum weitbekannten und vielfach aufgelegten Benimmbuches Compendio del manual de urbanidad y buenas maneras, einer Art spanischer Knigge. Ihre Mutter war Clorinda García de Sena y Toro, deren Vater Musiker war. Ihr Großvater väterlicherseits, José Cayetano Carreño (1774–1836), war ein bedeutender venezolanischer Komponist. Den ersten Klavierunterricht erhielt sie von ihrem Vater. Später war der deutsch-venezolanische Pianist Julio Hohené ihr Lehrer.

1862 emigrierte die Familie wegen eines Umsturzes von Venezuela in die USA, wo Teresa in New York Unterricht bei Louis Moreau Gottschalk erhielt. Am 28. November 1862 gab sie ihr erstes Konzert in der New Yorker Irving Hall; als Neunjährige spielte sie 1863 im Weißen Haus vor Abraham Lincoln.

Im Herbst 1866 starb ihre Mutter an der Cholera, was für das Kind einen schweren Schlag bedeutete. Noch im selben Jahr zog sie mit ihrem Vater nach Spanien, wo sie Konzerte in Madrid und Zaragoza gab. In Paris erhielt sie Klavierunterricht bei Anton Rubinstein und dem Chopin-Schüler Georges Matthias. Es folgten Konzertreisen durch ganz Europa.

Von 1873 bis 1875 war sie mit dem Komponisten Émile Sauret verheiratet, von 1876 bis 1885 mit dem italienischen Bariton Giovanni Tagliapietra. Aus dieser Ehe ging am 24. Dezember 1882 die Tochter Teresita Tagliapietra-Carreño hervor, die ebenfalls eine bedeutende Pianistin wurde. Am 7. Januar 1885 wurde der Sohn Giovanni geboren.

1885 kehrte Teresa Carreño erstmals seit ihrer Emigration in der Kindheit nach Venezuela zurück, wo sie mit Tagliapietra eine italienische Oper in Caracas eröffnete, in der sie auch als Sängerin auftrat. Ihre Auftritte als Pianistin wurden eine Zeitlang seltener, sie komponierte viel und verfolgte weitere Projekte, so die Eröffnung eines Konservatoriums in ihrem Heimatland.

Wenige Jahre darauf ging sie wieder nach Europa. Große Beachtung fand ihre Europatournee 1889 bis 1890, durch die sie endgültig zur höchsten Berühmtheit aufstieg. Im Rahmen dieser Konzertreise gab sie am 18. November 1889 ihr Debüt in Berlin. In Deutschland genoss Carreño zeit ihres Lebens besondere Verehrung.

In dritter Ehe war sie von September 1892 bis Oktober 1895 mit Eugen d’Albert verheiratet, mit dem sie in der nach ihr benannten Villa Teresa im sächsischen Kötitz, heute Coswig, lebte. Mit D’Albert hatte sie zwei weitere Töchter, Eugenia (* 27. Sept. 1892) und Hertha (* 26. Sept. 1894). Ab 1902 war sie mit Arturo Tagliapietra, dem Bruder ihres zweiten Ehemannes, verheiratet und lebte, wenn sie nicht auf Reisen war, in Berlin am Kurfürstendamm. Neben ihren Konzertreisen durch Europa, Amerika und Australien trat sie als Komponistin von brillanten Klavierstücken hervor und komponierte auch ein Streichquartett.

Aus ihrer Schule gingen bedeutende Pianisten – wie Edward MacDowell (1861–1908) und Télémaque Lambrino (1878–1930) – hervor. Rudolf Maria Breithaupt (1873–1945) widmete ihr sein modernes methodisches Klavierwerk „Die natürliche Klaviertechnik der Meisterin Teresa Carreño“. Auch Gioachino Rossini und Edvard Grieg zollten ihr Hochachtung.

Teresa Carreño hat am 2. April 1905 insgesamt 18 Werke für das Reproduktionsklavier Welte-Mignon aufgenommen, darunter eine damals und heute als phantastisch gespielt empfundene Aufnahme der Waldstein-Sonate von Beethoven. Mehrere der 1905 von ihr eingespielten Notenrollen für Reproduktionsklaviere mit Werken von Schumann, Liszt, Chopin und Beethoven sowie eigenen Kompositionen sind im Besitz der Universitätsbibliothek Freiburg und des Augustinermuseums in Freiburg. Ihre Tochter Teresita spielte 1906 ebenfalls Welte-Mignon-Aufnahmen ein.

Im April 1983 wurde in Caracas das nach der Künstlerin benannte Musiktheater Complejo Cultural Teresa Carreño (Teresa Carreño Cultural Complex) eröffnet, eines der größten Konzert- und Schauspielhäuser Lateinamerikas.
Quelle Wiki: https://de.wikipedia.org/wiki/Teresa_Carre%C3%B1o

Diskografie