Josephine Karoline Lang-Köstlinaus Romantik

Josephine Caroline Lang by Public domain

Josephine Caroline Lang (* 14. März 1815 in München; † 2. Dezember 1880 in Tübingen) war eine deutsche Liedkomponistin und Sängerin der Romantik.

Leben

Die Tochter des Münchener Violinisten und Mitglieds des Münchener Hoforchesters Theobald Lang (1783–1839) und der Kammersängerin Regina Hitzelberger galt als Wunderkind. Mit elf Jahren trat sie als Klaviersolistin in einem Konzert der Münchener Gesellschaft „Das Museum“ auf. Bevor sie im Alter von fünf Jahren mit dem Komponieren begann, hatte sie bereits Klavierunterricht erhalten. Sie machte auf dem Klavier enorme Fortschritte und gab bereits mit zwölf Jahren erste Klavierstunden, womit sie die karge Familienkasse aufbessern konnte, wobei ihre eigentliche Begabung das Komponieren blieb. Seit ihrer Geburt litt sie an schwacher Gesundheit, weshalb sie zunächst Privatunterricht erhielt. Später besuchte sie schließlich ein Institut, wo sie vor allem großes Interesse für neuere Sprachen und Literatur entwickelte, was sich später auf ihre Liedkompositionen auswirkte.

Oftmals besuchte sie ihren Paten, den Münchener Hofmaler Joseph Karl Stieler, von dem ihr Vorname „Josephine“ stammt. Sein Haus wurde für sie, vor allem nach dem Tode ihrer Mutter im Jahre 1827, zur zweiten Heimat. Hier verkehrten zu damaliger Zeit viele bedeutende Musiker wie beispielsweise Felix Mendelssohn Bartholdy, welcher später Pate ihres ersten Sohnes Felix (1842–1868) wurde, oder der Musikpädagoge Ferdinand Hiller. Besonders Mendelssohn war von ihren Liedern beeindruckt und schrieb im Oktober 1831:

„Die hat nun die Gabe, Lieder zu komponieren, und zu singen, wie ich nie etwas gehört habe, es ist die vollkommenste musikalische Freude“

und gab ihr speziell Unterricht in Kontrapunkt und Generalbass. Auf seinen Vorschlag hin sollte sie nach Berlin wechseln, um sich bei Adolf Bernhard Marx ausbilden zu lassen, aber ihr Vater lehnte dieses Angebot ab.

Die 1830er Jahre sollten Josephines produktivste Zeit werden. Im Jahre 1831 erschien, durch Felix Mendelssohn gefördert, in München ihre erste Liedersammlung. Weitere regelmäßige Einsätze als Hofkapellsängerin in München sowie bei Haus- und Salonkonzerten folgten in den weiteren Jahren. Im Jahre 1838 unternahm sie eine Reise nach Salzburg zur Witwe von Wolfgang Amadeus Mozart, der verwitweten Staatsrätin Constanze von Nissen, mit der sie einen regen Erfahrungsaustausch führte. Bereits ab 1835 traf sie sich bei den jährlich in den Sommermonaten in Augsburg stattfindenden Konzerten mit dem Pianisten und Komponisten Stephen Heller. Durch seine Vermittlung gelang ihr die Aufnahme in die Königliche Hof- und Kirchenkapelle Münchens. Darüber hinaus machte er sie mit den Werken Robert Schumanns bekannt. Dieser wiederum lernte hierdurch Langs Lieder kennen und schätzen und veröffentlichte und rezensierte einige in seiner „Neue Zeitschrift für Musik“. Auch mit Roberts Ehefrau Clara Schumann verband sie eine dauerhafte kollegiale Freundschaft. Sie sorgte mit dafür, dass Langs Werke nicht nur in Roberts Zeitschrift immer wieder einen Eintrag erhielten, sondern vereinzelt auch in der „Allgemeinen Musikalischen Zeitung“ oder in der „Allgemeinen Deutschen Musikzeitung“. Im Jahre 1840 wurde sie schließlich zur Hofkapellsängerin befördert und dadurch auch mit den Meisterwerken katholischer Kirchenmusik vertraut.

Durch den Tod ihres Vaters ein Jahr zuvor wuchsen ihre enormen Arbeitsbelastungen. 1840 machte sie, auf Empfehlung der Kaiserswitwe Karoline Auguste von Bayern eine Kur in Wildbad Kreuth, wo sie den ebenfalls hier kurenden Tübinger Rechtswissenschaftler und Dichterjuristen Christian Reinhold Köstlin kennenlernte, den sie zwei Jahre später heiratete. Mittlerweile in Tübingen wohnend, hatte sie sich um Haushalt, Repräsentationspflichten sowie um kranke Familienangehörige zu kümmern, sodass sie künstlerisch kürzer treten musste. In diesen Jahren gebar sie sechs Kinder, von denen ihr Sohn Theobald von Geburt an gelähmt war. 1850 erkrankte ihr Mann an einem Lungenleiden, dem er schließlich 1856 erlag. Nach seinem Tode und selber nicht mehr ganz gesund, war Josephine Köstlin zunächst ganz auf sich allein gestellt und musste ihre Familie wieder mit Klavier- und Gesangsunterricht und neuen Kompositionen ernähren.

Zu ihren bekanntesten Schülern jener Zeit zählen Prinz Wilhelm, der spätere König Wilhelm II. von Württemberg und dessen Vetter Herzog Eugen von Württemberg (1846–1877). Kompositorisch war sie aus der Übung gekommen und hatte sich künstlerisch nicht weiterentwickeln können, und so waren ihre ersten Veröffentlichungen erst einmal kein Erfolg. Aber durch die Hilfe ihres alten Freundes Ferdinand Hiller sowie durch Clara Schumann gelangen ihr wieder einige erfolgreiche Veröffentlichungen. Zwischenzeitlich musste sie immer wieder Rückschläge erleiden, beispielsweise als ihr Sohn Felix, anfangs selber hoffnungsvoller Künstler, mit circa 20 Jahren geisteskrank wurde und im Jahre 1862 in die Heil- und Pflegeanstalt Winnenden eingeliefert werden musste, wo er bei einem Brand im Jahre 1868 ums Leben kam. Nachdem ihr gelähmter Sohn Theobald im Jahre 1873 und ebenso ihr dritter Sohn Eugen 1880 an den verschleppten Folgen des Typhus verstarb, versiegte ihr Lebenswille und Josephine Caroline Köstlin geb. Lang starb nur wenige Monate später am 2. Dezember 1880 und wurde auf dem Stadtfriedhof Tübingen begraben.

Quelle Wiki: https://de.wikipedia.org/wiki/Josephine_Caroline_Lang

Josephine Caroline Lang (* 14 March 1815 in Munich; † 2 December 1880 in Tübingen) was a German lied composer and singer of the Romantic period.

Life

The daughter of Theobald Lang (1783-1839), a Munich violinist and member of the Munich Court Orchestra, and Regina Hitzelberger, a chamber singer, she was considered a child prodigy. At the age of eleven she performed as a piano soloist in a concert of the Munich society “Das Museum”. Before she began composing at the age of five, she had already received piano lessons. She made enormous progress on the piano and gave her first piano lessons at the age of twelve, with which she was able to supplement the meagre family coffers, although her real talent remained composing. She had suffered from poor health since birth, which is why she initially received private lessons. Later she attended an institute where she developed a great interest in modern languages and literature, which later influenced her song compositions.

She often visited her godfather, the Munich court painter Joseph Karl Stieler, from whom her first name “Josephine” comes. His house became her second home, especially after the death of her mother in 1827. Many important musicians of the time stayed here, such as Felix Mendelssohn Bartholdy, who later became godfather to her first son Felix (1842-1868), or the music teacher Ferdinand Hiller. Mendelssohn was particularly impressed by her songs and wrote in October 1831:

“She has now the gift to compose songs, and to sing like I have never heard anything, it is the most perfect musical joy”

and gave her special lessons in counterpoint and basso continuo. At his suggestion, she was to move to Berlin to train with Adolf Bernhard Marx, but her father declined the offer.

The 1830s were to be Josephine’s most productive years. In 1831, encouraged by Felix Mendelssohn, her first collection of songs was published in Munich. Further regular engagements as a court chapel singer in Munich as well as at house and salon concerts followed in the following years. In 1838 she travelled to Salzburg to visit the widow of Wolfgang Amadeus Mozart, the widowed Staatsrätin Constanze von Nissen, with whom she had a lively exchange of experiences. As early as 1835, she met the pianist and composer Stephen Heller at the annual concerts held in Augsburg during the summer months. Through his mediation, she succeeded in gaining admission to the Royal Court and Church Orchestra of Munich. He also introduced her to the works of Robert Schumann. Schumann, in turn, came to know and appreciate Lang’s songs and published and reviewed some of them in his “Neue Zeitschrift für Musik”. She also had a lasting friendship with Robert’s wife Clara Schumann. She was instrumental in ensuring that Lang’s works not only received repeated entries in Robert’s journal, but also sporadically in the “Allgemeine Musikalische Zeitung” or the “Allgemeine Deutsche Musikzeitung”. In 1840 she was finally promoted to court chapel singer and thus also became familiar with the masterpieces of Catholic church music.

The death of her father a year earlier increased her enormous workload. In 1840, on the recommendation of the Emperor’s widow Karoline Auguste of Bavaria, she took a cure in Wildbad Kreuth, where she met the Tübingen jurist and poet-lawyer Christian Reinhold Köstlin, whom she married two years later. Meanwhile living in Tübingen, she had to take care of the household, representational duties and sick family members, so she had to cut back on her artistic activities. During these years she gave birth to six children, of whom her son Theobald was paralysed from birth. In 1850 her husband fell ill with a lung disease, to which he finally succumbed in 1856. After his death and no longer completely healthy herself, Josephine Köstlin was initially left to fend for herself and had to support her family again with piano and singing lessons and new compositions.

Among her best-known pupils of that time were Prince Wilhelm, later King Wilhelm II of Württemberg, and his cousin Duke Eugen von Württemberg (1846-1877). Compositionally, she was out of practice and had not been able to develop artistically, and so her first publications were not a success at first. But with the help of her old friend Ferdinand Hiller and Clara Schumann, she was able to publish several successful works. In the meantime, she had to suffer repeated setbacks, for example when her son Felix, initially a promising artist himself, became mentally ill at the age of about 20 and had to be admitted to the sanatorium and nursing home in Winnenden in 1862, where he died in a fire in 1868. After her paralysed son Theobald died in 1873 and her third son Eugen died in 1880 from typhoid fever, her will to live dried up and Josephine Caroline Köstlin née Lang died only a few months later on 2 December 1880 and was buried in the city cemetery of Tübingen.

Source Wiki: https://en.wikipedia.org/wiki/Josephine_Lang

Diskografie